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Moderne Wirkverbünde für Landoperationen - Teil 1: Mörserkampfsystem PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Stefan Nitschke   
Dienstag, den 30. Juni 2009 um 00:00 Uhr
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Moderne Wirkverbünde für Landoperationen - Teil 1: Mörserkampfsystem
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Die Einsatzrealität erfordert neue Fähigkeiten

Eine organisch verfügbare Steilfeuerkomponente erfüllt nach wie vor wichtige Aufgaben im Bereich der Nah- und Distanzwirkung im gesamten Intensitätsspektrum von militärischen Operationen (Quelle: US Army)
Eine organisch verfügbare Steilfeuerkomponente erfüllt nach wie vor wichtige Aufgaben im Bereich der Nah- und Distanzwirkung im gesamten Intensitätsspektrum von militärischen Operationen (Quelle: US Army)
Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in den letzten beiden Jahren dramatisch verschlechtert. Selbstmordanschläge, neue Hinterhalttaktiken, Sprengfallen sowie Raketen- und Mörserbeschuss stellen nicht nur das deutsche ISAF-Einsatzkontingent vor die Frage, wie und mit welchen Mitteln den neuen Bedrohungen begegnet werden kann.

In den Einsatzgebieten, in denen die eigenen Kräfte jederzeit mit einer unerwarteten, räumlich und zeitlich begrenzten Überlegenheit des Gegners konfrontiert werden, reicht der Fähigkeitsbeitrag der Bundeswehr bereits heute nicht mehr aus, neuartigen Angriffs- und Anschlagstaktiken eines asymmetrisch kämpfenden Gegners wirkungsvoll entgegenzuwirken. Besonders bei der Materialausstattung gibt es Anlass zur Sorge.
Auffallend sind Unzulänglichkeiten im Bereich der Kampf­unter­stützung, etwa durch eine organisch verfügbare Steilfeuerkomponente. Das Fehlen einer hochgeschützten Steilfeuerkomponente mit hoher Kampfentfernung, größerer Munitionsvielfalt und breitem Eskalationsspektrum setzt die Durchsetzungsfähigkeit der eingesetzten Kräfte herab. Vorhandene Mittel erwiesen sich als ungeeignet, bereits seit langem identifizierte Fähigkeitsdefizite zu beseitigen. So scheiterte die Nutzung der aus finnischer Produktion stammenden und über 40 Jahre alten 120mm Mörser TAMPELLA, die materiell bedingte Schwächen aufwiesen. Daraufhin nach Afghanistan verlegte 120mm-Mörser aus deutscher Fertigung, die 1998 beschafft wurden und im Lkw 0,9t WOLF mitgeführt werden können, erwiesen sich ebenfalls als ungeeignet, die hohen Anforderungen hinsichtlich Schutz und Überlebensfähigkeit zu erfüllen. Zur Beseitigung von Schwächen bei der Nah- und Distanzwirkung gegen Punktziele kann nur ein hochflexibles, reaktionsschnelles, geschütztes und hochmobiles (luftbewegliches) Wirksystem beitragen, das durch Gefechts- und Einsatzaufklärung sowie Überwachung und eine angemessene Kampfunterstützung die eingesetzten Kräfte in die Lage versetzt, neuartigen Bedrohungen im Einsatzland effektvoll zu begegnen.

Der luftverladbare lePzMrs 120mm auf Waffenträger WIESEL 2 wird den seit über 40 Jahren genutzten 120mm-Mörser TAMPELLA ablösen (Quelle: Rheinmetall Defence)
Der luftverladbare lePzMrs 120mm auf Waffenträger WIESEL 2 wird den seit über 40 Jahren genutzten 120mm-Mörser TAMPELLA ablösen (Quelle: Rheinmetall Defence)
Mit der Entscheidung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages am 17. Juni 2009, das Mörserkampfsystem zu beschaffen, verbinden sich entscheidende Verbesserungen des Fähigkeitsprofils der Bundeswehr im Einsatz. Gebilligt wurde die Beschaffung von zunächst acht leichten Panzermörsern (lePzMrs) auf Basis des Waffenträgers WIESEL 2 und zwei Führungs- und Feuerleitfahrzeugen. Das Investitionsvolumen dieser Komponenten beträgt etwa 64 Mio. Euro. Der lePzMrs ist zur punktgenauen Bekämpfung von Zielen in sowohl topografisch schwierigem Gelände als auch in urbanen Räumen ausgelegt und sol
Der    luftverladbare lePzMrs 120mm auf Waffenträger WIESEL 2 wird den seit    über 40 Jahren genutzten 120mm-Mörser TAMPELLA ablösen (Quelle:    Rheinmetall Defence)
Der luftverladbare lePzMrs 120mm auf Waffenträger WIESEL 2 wird den seit über 40 Jahren genutzten 120mm-Mörser TAMPELLA ablösen (Quelle: Rheinmetall Defence)
l bereits ab dem kommenden Jahr an die Truppe ausgeliefert werden. Mit dem lePzMrs können viele seit langem beklagte Defizite beseitigt werden. So ist das Waffensystem in der Lage, seine Feuerstellung bereits wieder zu verlassen und in die nächste Feuerstellung zu verlegen (»Hide-hit-run-hide«-Taktik), noch bevor die ersten Schüsse das gegnerische Ziel erreicht haben. In den kommenden Jahren ist die Beschaffung weiterer Systeme vorgesehen. Im Zeitraum 2010 bis 2014 wird die Beschaffung einer reduzierten Anfangsausstattung aus insgesamt 38 Waffenträgern und dazugehörigen Funktionsfahrzeugen in Betracht gezogen.

 

 

Informationsüberlegenheit durch Informationsaustausch

Das neue Mörserkampfsystem profitiert als modernes missions- und lageangepasstes Aufklärungs-, Führungs- und Wirksystem von zwei miteinander kooperierenden Führungssystemen. Diese ermöglichen einen kontinuierlichen und bruchfreien Daten- und Informationsaustausch innerhalb des eigenen Systemverbundes sowie mit externen oder übergeordneten Gefechtsständen.Somit wird sichergestellt, dass der Verbund zu jeder Zeit über Aufklärungsdaten und Lagebeurteilungen verfügt, die für die Gefechtsführung von Bedeutung sind. Zudem ist der Verbund in der Lage, eigene Aufklärungsdaten zeitnah an übergeordnete Kommandoebenen weiterzugeben. Die Anbindung daran wird durch das Führungsinformationssystem Heer (FüInfoSysH) gewährleistet. Das Führungs- und Waffeneinsatzsystem (FüWES) DVAII generiert aus diesen Gefechtsfelddaten die Feuerleitlösungen und die Einsatzbefehle für den lePzMrs. Erst durch diese Vernetzung von unterschiedlichen Fahrzeugsystemen zu einem Systemverbund wird die Koordination und Präzision für teilstreitkraftgemeinsame Operationen erreicht.

 



Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 07. August 2011 um 16:52 Uhr
 

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